Das kochende Blau 

Frankreich im Ausnahmezustand? La Grande Nation macht gerade vor, wie es offenkundig n i c h t geht. Was geht? Folgende Frankolumne: 

„Wir brachten das Blau zum Kochen, das durch unsere Adern strömt.“

Tja.
La Grande Nation macht gerade vor, wie es offenkundig n i c h t geht. Im Grunde wäre das guter Unterricht für Teutonia. Aber wann haben wir hier schon mal freiwillig aus den Fehlern anderer gelernt?
Nee, klar. Ich will da lieber keine Antwort….
Die Proteste? 
Gute und wichtig.
Denn die Anliegen sind real.
Basta.
Die Hools, die das kapern?
Schweinebande, Basta Part 2.
Jawohl, Schweinebande, die dem bourgeoisen Besitzstandsnuttentum des Macron-Systems leider alle Trümpfe in die Hand gibt, die politischen Anliegen zu ignorieren und stattdessen wie immer autoritär loszukoffern.
Daneben:
Diese ganzen pseudolinken Hools sind nicht mein links. So gar nicht. Fukk ‚em.
Genauso doof, wie die DrecksRAF, die alle Bourgeois vereint, statt diese zu spalten und Citoyens zu sammeln.

Was machen wir mit diesem Frankreich?

Keine Ahnung.
Was mache ich?
Ich weise mal auf einen herausragenden Musiker hin. Lescop.
Joy Division goes French Pop!
La Foret:
„Faisant bouilloner le bleu, Qui battait dans nous arteres“
 singt Lescop:
 „Wir brachten das Blau zum Kochen, das durch unsere Adern strömt.“

Keine Übertreibung!

Genau so klingt das Album des Franzosen über weite Strecken. Postpunk im Montmartre-Stil. Joy Division meets French Pop Noire mit Cure und Smiths Gitarren.
Denn, wir sehen es ja.
In diesen endzeitlichen Tagen überleben nur die Nächte.
Vom Überleben in eben diesen handelt so gut wie jeder Song. Mal findet das rhythmische Geschehen in Tokio statt, dann als amerikanische Nachtkulisse und oft in Paris. Die Lieder locken mit Macht. Doch ihre Umgebung bleibt konsequent lebensfeindlich.
Gleich im Opener „La Forêt“ wird der Erzähler im Wald umgelegt. In einprägsamen Refrains und straffen Strophen gibt Lescop den Chronisten des immerwährenden Kampfes von Liebe und Romantik gegen das Grauen. Zwar warm gesungen, dabei stets ein wenig distanziert im Vortrag. Mehr Lautrec-ähnlicher Beobachter als emotional Beteiligter.
La Nuit Americaine:

Text und Musik bilden eine unverkrampfte Symbiose. Besonders anschaulich im lasziven „Le Mal Mon Age“.
„Du verkörperst das Böse mein Engel. Seltsam, dass das Böse so schön ist.“
In diesem Sinne
From Hamburg
with Love
UK

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