Um die soziale Umgebung meines Alter Egos Jonathan auf Stand zu bringen, beleuchte ich zunächst das Leben seiner Stieftochter Jennifer – in Folge nur noch Jenny genannt. Eine Figur, die sich nach einer ersten KI-Zeichnung für mich familiär herauskristallisiert hat und der ich Positives in nicht unerheblicher Größe zur Seite stelle.
Wir erinnern uns: Mein Alter Ego Jonathan und seine Ex- oder Nochfreundin Käthe haben Kinder aus früheren Beziehungen. Jonathans Sohn ist ein Jan, der sich als zerstreuter Nachfahre und als eine Art Jonathan der 2020er-Jahre entpuppen könnte. Käthe hat 1986 eine Jenny zur Welt gebracht, deren Weg als ausgesprochen erfreulich betrachtet werden kann. Jedenfalls aus Autorensicht möchte ich das tun.
Jenny und das Große!
Es waren Lehrerinnen, die Jenny schon als Mädchen immer mit großer Faszination erfüllt haben. Große Frauen, die nicht selten Gewänder trugen. Für diese Frauen schlug schon früh ihr Herz. Für solche Personen, die großmütig, großzügig und großherzig waren. Frauen aus der goldenen Ecke der Boomer-Generation. So jedenfalls stellte sich Jenny das immer vor. Menschen, die sie mit großen Augen ansahen und ermunterten. Diese Personen, die nie etwas Hilfloses in sich trugen, sondern immer Zuversicht. Aus ihren großen Augen strahlten sie stets Ermunterung aus und nie Verzweiflung – allenfalls etwas Ernstes und Sorge. Frauen (und so ehrlich muss man sein), die anders waren als ihre Mutter Käthe.
Käthe war auch immer schon stark, aber doch verhuscht, untreu und durch simple Impulse und Aspekte verführbar. Und Käthe liebte Männer, jedenfalls in der Tendenz mehr als Frauen. Für Jenny war das Käthes größter Irrtum.
Birgit und alles änderte sich!
Ich bat also ChatGPT, unserer Jenny die Liebe ihres Lebens zur Seite zu stellen. Die Frau von Jenny. Die große Liebe. Und als diese dann so wie hier zu sehen war, kam ich nicht umhin, sie in aller Größe und Pracht Birgit zu nennen. Ohnehin hatten diese Namen wie Stefanie, Nicole und Jutta in meinen Geschichten immer große Chancen für Frauenfiguren. Während es Idas, Avas und Zoes weniger gab. Weil die Struktur der einfachen Boomerwelt irgendwann zwangsläufig Spuren von Exotik bekommt und irgendwann auch von dieser bestimmt wird. Will sagen: Bei der Namenswahl meiner Figuren war ich nie sonderlich wählerisch und auch nicht so undeutsch, wie ich es vielleicht gerne gewollt hätte.
Irgendwo in ihrer niedersächsischen Heimat, an einer Bushaltestelle im Grünen, stand da auf einmal Birgit vor Jenny. Eine 6,1-Fuß-Menschin. Alles war an dieser Frau groß. Ein Lachen wie ein Rundstück aus einer Biobäckerei. Ein Zopf so stark, dass Jenny auch zum Rest dieser Frau Vertrauen hatte. Lebendige Natur und überhaupt die ganze Welt waren durch Tätowierungen auf Birgits kräftigen Armen verewigt. Diese Begegnung fand nun vor zwölf Jahren statt. Und Birgit konnte da nicht anders und war da wie ihre Mutter: Sie musste diese Fremde unbedingt sofort unmissverständlich küssen.
Jenny war damals achtundzwanzig und Birgit dreiunddreißig. Sie heirateten und zogen aufs Alte Land in Hamburg. Dort baute Jenny mit ihrer Frau ein kleines Bioimperium auf. Ab da waren dann Mutter Käthe und Stiefvater Jonathan stets mit frischem Obst versorgt.
Jenny und Birgit heute!
Birgit fährt Ware aus. Birgit hält KundInnen bei Laune. Jenny ist die Geschäftsfrau, denkt präzise und ist manchmal ungeduldig. Deswegen hält sie auch so wenig von ihrem fahrigen Halbbruder Jan. Jenny ist heute vierzig, ihre Frau Birgit fünfundvierzig Jahre alt.
Ein Haushalt kluger und bombastischer Geschäftsfrauen ohne Nachkommen. Bis dahin eine Story, zu schön, um wahr zu sein. Ob das so bleiben kann, wird die Geschichte entscheiden.
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