Jonathans Familie

Matthias von Schramm ist kinderlos geblieben. Zunächst eine wertfreie Betrachtung. Er selbst hat es nie bedauert. Sein Alter Ego Jonathan aber, aus seinen früheren Geschichten, hätte nun im Alter von über sechzig eine erwachsene Familie haben können. Mal durchgesponnen, es wäre so.

Heute sieht die KI Jonathan als einen Mann an, der mir äußerlich ähnelt. Also mir, der als Assistent arbeitet und eine Minigolfrunde erfolgreich vollendete. Jonathan hatte immer eine Freundin, die Käthe hieß. Ist er mit ihr zusammengeblieben und hat er diese geheiratet? Die Beziehung war immer eher schwierig, weil Käthe einen gewissen Lebensanspruch hatte und Jonathan so vor sich hin sein wollte. Dabei haben die beiden durchaus peinliche Details ihres Zusammenlebens preisgegeben, von denen sie heute nicht mehr reden wollen. Jugendsünden und so.

Käthe und Jonathan sind noch zusammen!

Ich gehe mal vom Ideal aus: Käthe und Jonathan sind noch zusammen. Nicht nur das, sie sind verheiratet und sehen prächtig aus, wie uns die KI verrät. Dieses Bild also soll uns eine Geschichte erzählen. Es macht aus einer potenziellen Figur für einige Kurzgeschichten plötzlich einen Familienmenschen. Wie Tochter und Sohn aber zustande kamen, ist schwierig zu erörtern. Denn Käthe und Jonathan haben sich erst 2001 auf einem Parkplatz bei Worpswede kennengelernt. Die junge Frau aber neben Käthe soll bereits im Jahre 1986 geboren worden sein, und gleiche ich ihr Äußeres mit der Beliebtheit damaliger Mädchennamen ab, nehme ich mir die Autorenfreiheit heraus und nenne sie Jennifer. Wenn man genau hinguckt, ist sie die Tochter von Käthe und stammt aus einer früheren Beziehung von Jonathans Frau. Danke, KI, da haben wir ja noch mal die Kurve gekriegt.

Der dreißigjährige Mann daneben ist Jonathans Sohn. Von den Beziehungen Jonathans so in den 1990er-Jahren weiß ich aber nichts. Da ich den Sohn aber auf das Geburtsjahr 1996 festlege, heißt er folgerichtig Jan. Also darf ich vorstellen, von links nach rechts: Jonathan, Käthe, Jennifer und Jan. Jonathan mit dem leichten Hang zum übertriebenen Witz. Er lebt gedanklich immer mehr in der Vergangenheit. Er hat in der Jugend viel das Satiremagazin Titanic gelesen. Käthe, eine mit der Zeit gutmütig gewordene Schönheit, aber immer noch eine Person, die im öffentlichen Nahverkehr zu spontanen Partys einlädt und dennoch inzwischen die Autorität besitzt, alte Bekannte, die entsprechend nerven, wieder spontan auszuladen.

Jennifer und Jan!

Käthes Tochter Jennifer, eine mittlerweile gut aufgestellte Unternehmerin im Biobereich, die Mutter und Stiefvater hin und wieder finanziell unterstützt, auf jeden Fall aber ungefragt regelmäßig mit frischem Obst aus ihrem Garten versorgt. Das weitere Familienleben Jennifers traue ich mich noch nicht so recht anzurühren.

Klar ist aber, dass Jennifer ihren Halbbruder Jan eigentlich nicht mag. Sie macht gute Miene zum bösen Spiel. Jan ist ein Zauderer, Zögerer und Zausel, der seine eigenen Vorstellungen vom Miteinander hat. Es hätte früher bösere Begriffe für ihn gegeben. In meinem eigenen Familienumfeld gab es den Begriff Nappsülze, gleichbleibend für Dussel oder Tölpel. Nur so viel sei gesagt: Er wohnt bei Freundinnen, und diese wechseln überraschend sporadisch, was dann mit der Zeit gar nicht mehr so überraschend ist.

Dennoch stellen vier unglaublich schöne Menschen eine Familie dar. Zumindest sieht es die KI so. Wie schon angedeutet, ob von Jennifer und Jan weiterer, dann wohl auch prächtiger Nachwuchs nachgekommen ist, halte ich mal außen vor.

Käthe und Jonathan sind nicht mehr zusammen!

Ein zweites Denkmodell, welches zumindest als Geschichtenerzähler sehr schön ist und sich mir beim Schreiben selbst anbietet: Käthe und Jonathan sind nicht mehr zusammen!

Das Bild zeigt lediglich ein seltenes Treffen der Familie und vor allem zeigt es Erleichterung in den Gesichtern, dass man sich nun deutlich besser versteht.

Immerhin hatte Käthe die Neigung, spontan bestimmte Busfahrer beim Lösen des Tickets zu küssen. Ein Indiz dafür, dass die Trennung schon etwas her sein muss. Denn heute kann man beim Busfahrerfreund ja keine Tickets mehr erwerben. Und Jonathans immer wieder aus ihm selbst herausbrechender Humor modernisierte sich nicht. In der Streitphase vor der Trennung wollte dann ausgerechnet Jan mit seinen Thesen über das Zusammenleben die Ehe von Stiefmutter und Vater retten. Dies brachte wiederum die durchaus zur Vernunft begabte, aber sehr energische Jennifer auf den Plan, die Jan befahl, die Schnauze zu halten. Sie drohte ihrem Halbbruder sogar damit, ihre handlungsstarke Faust in sein faselndes Gesicht zu schlagen.

Irgendwie stelle ich an dieser Stelle infrage, ob Käthe und Jonathan jemals wirklich verheiratet waren, bin aber froh, mit Jennifer und Jan zwei ProtagonistInnen ge- und erfunden zu haben, welche der nächsten Generation angehören. Sie könnten das Spiel ausnehmend beleben.

Noch mal sei erwähnt: erstaunlich, welche vier Schönheiten durch die KI nun entstanden sind, die erst einmal nach Musterfamilie aussehen, dann aber bei genauerem Hinsehen beim Autor immer mehr Zweifel an der Harmonie aufkommen lassen.

Schönes Thema, wie ich finde. Ich werde mich melden, wenn es Neues dazu gibt.

Lesen sie auch: Streitet euch endlich wieder richtig

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert